Pädagogisches Konzept

Die Bildungsinstitution Gymnasium verändert ihr Gesicht fundamental. Die Wissensvermittlung erfährt durch das Erlernen natur- und umweltbezogener, wirtschaftlicher, sozialer, kommunikativer, interkultureller und kooperativer Kompetenzen eine Einbettung in die gesellschaftliche Wirklichkeit, die neue Antworten auf diese Herausforderungen erfordert. 

Gleichzeitig mit der didaktisch -inhaltlichen Veränderung möchte das Gymnasium durch die Einführung der Ganztagsschule einerseits auf die Schulzeitverkürzung, andererseits auf die zunehmende Problematik für Alleinerziehende und Familien mit berufstätigen Eltern reagieren, in denen Kinder häufig sich selbst überlassen sind. 

Die Ganztagsschule leistet damit eine wichtige und notwendige Anpassung an die veränderten familiären und sozialen Lebensformen. Nicht nur, aber insbesondere für Frauen wird es leichter möglich sein, Beruf und Familie besser miteinander in Einklang zu bringen.

Der gesellschaftliche Anspruch auf Bildungsqualität hat sich verändert. Er lässt sich mit den Zielen des Gymnasiums dadurch in Einklang bringen, dass unter Berücksichtigung eigener Erfahrungen und Visionen eine Schule entsteht, in der Lernen im obigen Sinne anders stattfindet. Die Ganztagsschule eröffnet Chancen, die Förderung möglichst aller Schüler in den Mittelpunkt zu stellen, um eine Entwicklung vielfältigster Möglichkeiten zu realisieren. Sowohl die Förderung der Leistungsstarken, als auch die Förderung der weniger Leistungsstarken muss in den Focus der Aufgabenzuschreibung gelangen. Das heißt, einer frühen Selektion soll die Verwirklichung gesellschaftlich erhoffter Bildungsmöglichkeiten und –chancen entgegengestellt werden. 

Unser Ganztagesgymnasium will eine rhythmisierte Schule sein. Das Ganztagsangebot wird an drei Wochentagen (Montag/Dienstag/Donnerstag) für die Klassenstufen 5 bis 10 organisiert.  

Für veränderte Lernformen und Projekte lässt sich die Loslösung vom 45-Minuten-Takt organisieren. Die traditionelle Struktur wird aufgebrochen und flexibilisiert (z.B. durch stärkere Betonung des Blockunterrichts durch das Doppelstundenmodell). 

Bildung im Hölderlin-Gymnasium soll über den traditionellen Kanon hinausreichen und Lebenserfahrung und –praxis in die Schule integrieren. Dazu beabsichtigt das Hölderlin-Gymnasium die kontinuierliche Weiterentwicklung der Schule vom Lern-  zum Lern- und Lebensraum, in dem Schülerinnen und Schüler kreativ, kooperativ und kommunikativ in  partieller Eigenverantwortung ihre Persönlichkeit entwickeln.

 

Die angestrebte strukturelle Veränderung macht ein Betreuungs- und Freizeitangebot in der Mittagspause wie zu anderen Zeitpunkten erforderlich. Ausgehend von bereits bestehenden Schwerpunkten des Hölderlin-Gymnasiums

  • Schulchöre und Orchester
  • Instrumental-Arbeitsgemeinschaften
  • Theater  
  • Filmclub
  • Sportaktivitäten
  • Schulpartnerschaften mit Frankreich und England

und der vorhandenen personalen Kompetenz ist dem Hölderlin-Gymnasium Lauffen in hohem Maße daran gelegen, Kontakte mit örtlichen Vereinen und Institutionen wie auch sonstigen Kooperationspartnern zu intensivieren  und auch damit zur Rhythmisierung des Unterrichtsablaufs beitragen. 

Unabhängig davon, dass auch das Hölderlin-Gymnasium Lauffen wie viele andere Schulen nicht in leerstehenden Räumen „baden“ kann, haben wir viele gute Möglichkeiten, dem Ganztagskonzept dennoch „Raum zu bieten“. Gruppenräume, die zu unterschiedlichen Zwecken genutzt werden können, ein Internetcafé, eine Spielothek mit Tischkickern und Brettspielen wie ein Außen-Bewegungsareal bieten mannigfache Gelegenheit, in der Mittagspause, in den Hohlstunden wie auch eingebunden in Unterrichtsstrukturen Freiräume für sehr unterschiedliche Aktivitäten zu haben.

Auch an das leibliche Wohl ist gedacht. Jeweils am Montag, Dienstag und Donnerstag haben unsere Schülerinnen und Schüler Gelegenheit, im nahe gelegenen Restaurant „Bürgerstube“ ein äußerst abwechslungsreiches Mittagessen einzunehmen – und dies wird sehr gut angenommen. 

Intensive Kontakte zur Elternschaft der Schule, ebensolche zum Förderverein der Schule wie zum Schulträger bilden ein tragendes Netzwerk für die weitere gute Entwicklung der Schule.