Theater AG
Betreuer: Sabrina Ganz
Teilnehmer: Klassen 8 - 12
Wann: freitags, 15.35 - 17.10 Uhr
Ort: Aula
Mittel- und Oberstufen-Theater-AG
Die Mittel- und Oberstufen-Theater-AG am Hölderlin-Gymnasium wird seit dem Jahr 2010/2011 von Studienrätin Sabrina Ganz geleitet. Die Proben finden in diesem Schuljahr am Freitag, 15.35 bis 17.10 Uhr in der Aula statt. An ihr können alle Schüler der Klassen 9 bis 13 teilnehmen. Mitbringen sollte man Freude an Spiel und Verwandlung sowie Interesse an literarischen Texten, aber auch die Bereitschaft, Verantwortung für die gemeinsame Produktion einer Aufführung zu übernehmen. Zuverlässige, regelmäßige Teilnahme an den Proben wird erwartet. Angeboten wird ein Training, das Körpersprache, Bewegung, Auftreten und freies Sprechen, zunächst in der Gruppe der Mitspieler, später bei den Aufführungen auch vor einem großen Publikum, umfasst.
"Die Feuerzangenbowle"
Theater über Schule von Schülern im Rahmen einer Schulveranstaltung. Ein bisschen viel ‚Schule’? Ganz sicher nicht!
Ein drei Stunden andauerndes Erlebnis der besonderen Art bescherte uns die Mittel- und Oberstufen-Theater-AG am 29. und 30. Juni in der Lauffener Stadthalle mit der Aufführung von Heinrich Spoerls „Feuerzangenbowle“. Altbekannt ist die Geschichte- Johannes Pfeiffer, ein Autor, hat nie das Schulleben an einer öffentlichen Schule erlebt und während eines Herrenabends unter dem inspirierenden Einfluss einer Feuerzangenbowle beschließt er, dieses Manko zu beheben und geht als Schüler an das Babenberger Gymnasium.
Schon Wochen vor dem großen Ereignis waren im Schulhaus die professionell gestalteten Plakate zu bewundern, man sah werkende Schüler in allen Ecken und freitags ab halb vier konnte man bereits Zeuge der ein oder anderen Kostümprobe werden.
Die beiden Vorstellungen übertrafen dann alle neugierigen Erwartungen von Schülern, Eltern und Lehrern: Originalgetreue Schulbänke aus dem 19. Jahrhundert standen im Klassenzimmer, das sehr professionelle Bühnenbild wurde durch Beamer-Projektionen mit modernstem Equipment komplettiert. Die Maske vollbrachte wahre Wunder, es gingen doch zarte, weibliche Geschöpfe hinein- heraus kamen aber gestandene Mannsbilder mit Bärten. Das gesamte Kollegium des Gymnasiums wurde von Schülerinnen dargestellt- sie redeten wie Männer, ihre Mimik und Gestik und auch der Gang waren definitiv sehr männlich, so gut hatten sie ihre Rollen verinnerlicht. Grandios waren auch die Dialekte: Professor Schnauz alias Fiona Wenninger belehrte seine „Schöööler“ immer wieder mit den Worten ‚Sö sönd albern, sötzen sö söch’, Bömmel alias Nadine Mönch, berlinerte, was das Zeug hielt und erntete viele Lacher für seine Spleens. Große schauspielerische Leistungen vollbrachten auch Lukas Knörr, der die Hauptrolle ‚Johannes Pfeiffer’ spielte und der Heinz Rühmann aus der Verfilmung von 1944 weder optisch noch schauspielerisch in nichts nachstand und Jule Hölzgen, die die sehr zickige und versnobte Verlobte von Pfeiffer sehr eindrucksvoll gab. Es scheint, als lebten die Schauspieler und Schauspielerinnen auf der Bühne leidenschaftlich ihre Schulfantasien aus, so boxte sich die Oberstufensprecherin Franziska Heinkele alias Rudi Knebel ruppig durch den Abend, und die anderen Schüler tanzten nach einem ‚wönzigen Schlöckchen’ Schnaps vom Schnauz ausgelassen durch das Klassenzimmer und Luck (Ricardo Oßwald) legte sogar beinahe seine Kleider ab.
Das Publikum spendete nach dem letzten Vorhang begeistert minutenlang Beifall, die perfekte Inszenierung war jede Sekunde des donnernden Applauses wert und Sabrina Ganz, die Leiterin der Theater-AG (und damit auch die Regisseurin) konnte vor Stolz auf ihre Schauspieler und vor Freude über die gelungene Vorstellung einige Freudentränen nicht zurückhalten.
Allen Personen, die diesem großartigen Ereignis beiwohnen konnten, war klar: Diese Inszenierung war zu groß für die Lauffener Stadthalle, mit einer Schultheateraufführung hatte sie wenig gemein, sie hätte definitiv gut in ein echtes Theater gepasst.
Vielen Dank an die talentierten Schauspielerinnen und Schauspieler, die kompetenten Techniker, die magischen Maskenbildner und Maskenbildnerinnen, die musikalische Leitung (Frau Krenn) und die Bühnenbilder und Bühnenbildnerinnen unter Leitung von Frau Schöne und an Sabrina Ganz, die mit ihrem Debüt als Regisseurin alle Erwartungen übertroffen hat.
Wir haben jede Minute genossen.
Aristophanes- Die Weiberherrschaft
Die Theater-AG des Hölderlin-Gymnasiums präsentierte am Donnerstag, den 6. Mai 2010 und am darauf folgenden Freitag in der Lauffener Stadthalle die griechische Komödie „Die Weiberherrschaft“, geschrieben von Aristophanes um 400 vor Christus.
Vor leider nicht ganz vollem Haus vollbrachten die jungen Darsteller unter der Regie von Roland Wörner tolle schauspielerische Leistungen. Besonders hervorzuheben sind dabei die drei „alten Frauen“, die in brüchiger Stimme, Mimik und Gestik das Alter perfekt und dabei sehr lustig imitierten.
Das Bühnenbild, hervorgegangen aus dem Kunstunterricht der 12. Klasse, versetzte das Publikum gleich in eine längst vergangene Zeit, ins alte Griechenland. Die sehr professionellen Kostüme der Akteure trugen ihren Teil zur gelungenen Inszenierung bei.
Der Stoff- immerhin schon 2400 Jahre alt- ist sicher trotz komödiantischer Elemente keine leichte Kost, und trotz des hohen Alters noch hochaktuell. „Weiberherrschaft“ handelt von Politikverdrossenheit aufgrund von Korruption und Betrügereien, so dass die Frauen von Athen, die eigentlich nicht am politischen Leben teilnehmen durften, kurzerhand durch einen Trick die Männer aus der Politik verdrängten und eine kommunistische Gesellschaft mit einem eindeutigen Schwerpunkt auf der Ausübung freier Liebe errichteten. Aus diesem Grund ließen sich viele kleine Anspielungen auf die Politik und die Politiker der Neuzeit machen und in den antiken Text verweben, so wurde z.B. Frau Von der Leyen zur Göttin der Fruchtbarkeit ernannt und Herr Schröder färbte seine Haare in einer Schüssel schwarz.
Die deftige Sprache und die teilweise beinahe anstößigen Themen des Stückes (wie die sexuelle Maßregelung der Männer, die vor einer schönen Frau laut Gesetz zuerst eine hässliche, alte Frau „glücklich machen“ mussten) waren anfangs gewöhnungsbedürftig, da sie in der Schullandschaft sonst nicht offiziell vertreten sind.
Für jüngere Schüler war diese Aufführung daher nicht unbedingt geeignet. Für die erwachsene(re)n Zuschauer hingegen gab es – nach anfänglichem „Schock“ über derbe Wortwahl der Figuren- viel zu lachen.
Ein gelungener Abend auf hohem Niveau!
Diese Theateraufführung war die letzte unter der Regie von Roland Wörner, der nach diesem Schuljahr die Leitung der Theater-AG nach zehn Jahren erfolgreicher Arbeit abgibt. Seine Darsteller überreichten ihm für diese Leistung einen „Oscar“; Herr Wörner bedankte sich- nach Hollywood`schem Vorbild- bei seiner Katze, für das Vorleben von völliger Gelassenheit auch in schwierigen Theater-Situationen.
Praxagora übt sich in politischen Reden

Listige Weiber

Weibern sollte man nicht widersprechen


Der Regisseur nimmt die Ehrungen entgegen!













